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Geschichte der Landesbibliothek

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Die Landesbibliothek Oldenburg (LBO) kann auf eine über 200jährige Geschichte zurückblicken. Schon früher hatte es in Oldenburg eine gräfliche Büchersammlung gegeben, die nach dem Tode Graf Anton Günthers (1583-1667) um 1700 nach Varel verlagert und 1751 dort beim Schlossbrand zerstört wurde. Eines der wenigen erhaltenen Bücher ist die wertvolle Oldenburger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels, die seit 1995 wieder in der LBO aufbewahrt wird.

Die Gründung unter Herzog Peter Friedrich Ludwig 1792

Solange Oldenburg unter dänischer Herrschaft stand, fehlten für eine Bibliotheksneugründung die Voraussetzungen. Bald nach der Wiedererlangung staatlicher Eigenständigkeit unter dem Haus Holstein-Gottorp (1773) wurde Oldenburg unter Herzog Peter Friedrich Ludwig (1785-1829) als Haupt- und Residenzstadt wieder ein geistig-kulturelles Zentrum, in dem der Wunsch nach einer wissenschaftlichen Bibliothek entstehen konnte.

Die neue Herzogliche Öffentliche Bibliothek sollte keine Fürsten- oder Hofbibliothek sein, sondern eine allgemein zugängliche wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek. Der Grundstock dafür wurde durch den Ankauf der Privatbibliothek des Kurhannoverschen Beamten Georg Friedrich Brandes (1719-1791) gelegt. Brandes hatte über fast 50 Jahre hinweg eine etwa 22.000 Bände umfassende Sammlung mit Schwerpunkt in den Geisteswissenschaften zusammengetragen.

Die Frühgeschichte der Bibliothek (bis 1847)

Die neue Bibliothek wurde im Erdgeschoss des Schlosses aufgestellt. Sie erhielt einen festen jährlichen Etat sowie mit Ludwig Wilhelm Christian von Halem (1758-1839) einen hauptamtlichen Bibliothekar. Die Bibliothek war - was um 1800 keine Selbstverständlichkeit war - an allen Wochentagen geöffnet und bot die Möglichkeit zur Hausausleihe. Vor allem Angehörige der bürgerlichen Ober- und oberen Mittelschicht mit akademischer Vorbildung nutzten sie. Von Anfang an wurde Literatur, die sich mit oldenburgischen Themen befasste, gezielt und mit dem Ziel der Vollständigkeit gesammelt.

In der französischen Besatzungszeit (1810-1814) wurde die Bibliothek ausgelagert und erst 1819/20 im alten Zuchthaus neben dem Schloss wiedereröffnet. Die folgenden Jahre waren von Raumnot, Geldknappheit und Doppelbelastung der Bibliothekare geprägt: Sie wirkten gleichzeitig als Redakteure und Zensoren der staatlichen Presseorgane. Dennoch konnten wichtige Sammlungen wie die medizinisch-literarische Bibliothek G. A. Grambergs mit über 5000 Bänden erworben werden.

Von 1847 bis zum Ersten Weltkrieg

1847 konnte die Bibliothek in einen großen, repräsentativen Neubau am Damm (heute Staatliches Museum für Natur und Mensch) ziehen. Theodor Merzdorf (1812-1877), seit 1848 Leiter der Bibliothek, erarbeitete einen alphabetischen und einen - noch heute im Katalograum aufgestellten - systematischen Gesamtkatalog, der die bisherigen Provisorien ablöste.

Um sich von Lesevereinen und Volksbildungsgesellschaften abzugrenzen, wurden die anfangs sehr liberalen Benutzungsbestimmungen zeitweilig eingeschränkt. 1892 wurden die Beschränkungen wieder weitgehend aufgehoben. Der Buchbestand wuchs stetig an, obwohl der Bibliotheksetat mit der ständig anwachsenden Buchproduktion bei steigenden Preisen nicht annähernd Schritt hielt.

Von 1914 bis 1933

Im Ersten Weltkrieg, während der nachfolgenden Inflationszeit und der Weltwirtschaftskrise war an einen kontinuierlichen Bestandsaufbau nicht zu denken. Viele Zeitschriften mussten abbestellt werden; teure und wenig benutzte Werke wurden sogar verkauft, um Mittel für Neuanschaffungen auf anderen Gebieten zu gewinnen. Als wichtigsten Zugang dieser Phase übernahm die LBO die Großherzoglich Oldenburgische Militärbibliothek mit ca. 11.200 Bänden vor allem aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Landesbibliothek unter den Nationalsozialisten

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die LBO in den nationalsozialistischen Propagandaapparat integriert. Mit erhöhtem Budget wurde gezielt nationalsozialistische Literatur angeschafft. Die in der LBO eingerichtete Volksbüchereistelle hatte für die ideologische Gleichschaltung der kirchlichen und kommunalen Büchereien im Oldenburger Land zu sorgen, stieß dabei aber auf starke Widerstände.

Während des Zweiten Weltkriegs waren wertvolle Bestände ausgelagert; es kam zu Verlusten und Lagerschäden. Nach einem Bombentreffer im September 1943, der auch ca. 10.000 Bände vernichtete, war bis Kriegsende nur noch ein stark reduzierter Ausleihbetrieb möglich. Nationalsozialistisches und militaristisches Schrifttum wurde nach 1945 sekretiert, aber nicht vernichtet. Da die LBO auch als Sammelstelle für entsprechende Literatur aus kleineren Oldenburgischen Bibliotheken diente, verfügt sie heute über einen umfangreichen, für die historische Forschung bedeutenden Quellenbestand zur Geschichte des 'Dritten Reiches'.

Die Entwicklung der Bibliothek seit 1945

Im Spätherbst 1946 zog die Bibliothek ins ehemalige Zeughaus an der Ofener Straße. Nach den ersten Jahren unter schwierigen Bedingungen konnte die Bibliothek ihre Leistungen stetig erweitern, wobei anfangs vor allem der Direktversand von Büchern eine große Rolle spielte. Moderne Kataloge entstanden, und die Sofortbedienung wurde eingeführt. Bei steigendem Etat und unter Nutzung des Pflichtexemplarrechts (bis 1965) wuchsen die Bestände bis 1968 auf 280.000 Bände an.
Zu Beginn der 70er Jahre plante man, die LBO in die neu zu gründende Universitätsbibliothek zu integrieren, entschied sich dann aber aufgrund der eindeutigen Rechtslage doch für ihr eigenständiges Weiterbestehen. Damals begann die weitreichende Kooperation mit der Universitätsbibliothek, die u. a. zum gemeinsamen EDV-Katalog führte.

Aufgrund drängender Raumnot erhielt die LBO 1987 ein neues Domizil in einem ehemaligen Kasernengebäude am Pferdemarkt. In absehbarer Zeit wird freilich bereits ein zusätzlicher Magazinbau nötig sein. Mit der Pflege und Ergänzung der Datenbank 'Oldenburgische Bibliographie' erfüllt die LBO eine besondere Aufgabe für unseren Raum.

Die Bestände der Landesbibliothek

Unter den älteren Beständen sind die Fächer Geschichte, Geographie, Sprach- und Literaturwissenschaften, Rechts- und Verwaltungswissenschaften sowie Theologie und Philosophie am stärksten vertreten. Die neueren Bestände sind die einer wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek. Über 2.050 Zeitschriften und Jahrbücher werden laufend gehalten, so dass die meisten Wissenschaftsgebiete durch eine oder mehrere Fachzeitschriften vertreten sind. Dauerleihgaben wie z. B. die Spieker-Bücherei mit ihrer reichen Sammlung neuerer niederdeutscher Literatur ergänzen den Bestand der Bibliothek.
Möglichst vollständig wurde stets die Literatur zur Geschichte, Kulturgeschichte und Landeskunde Oldenburgs und der angrenzenden Gebiete gesammelt. Von besonderem Interesse für alle landeskundlich Interessierten ist dabei die einzigartige Sammlung aller Zeitungen des Oldenburger Landes.

Neben einer Vielzahl kostbarer Einzelstücke aus allen Epochen der Druckgeschichte besitzt die LBO ca. 400 Wiegendrucke aus der Zeit vor 1500 sowie über 1000 Handschriften.

Literatur

Die LBO gibt eine eigene Schriftenreihe heraus, in der u. a. Verzeichnisse zu einzelnen Bestandsgruppen sowie Kataloge der von der LBO regelmäßig veranstalteten Ausstellungen erscheinen. Sie können diese Hefte an der Ortsausleihe auch käuflich erwerben.
Eine ausführliche Literaturübersicht über die LBO finden Sie in:
Ex Bibliotheca Oldenburgensi. Bibliothekarische Untersuchungen aus Anlass des 200jährigen Bestehens der Landesbibliothek Oldenburg, herausgegeben von Egbert Koolman, Oldenburg: Holzberg, 1992 (Schriften der LBO ; 26).

Stand: März 2015

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Stand: 21.02.2017

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