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Sigrid Noack: Schattenschrift

Ausstellung 26.06.2008 - 16.08.2008

Foto von Sigrid Noack

 

Die Malerin und Graphikerin Sigrid Noack (geb. 1947) lebt und arbeitet in Guben sowie Dresden. Sie studierte bis 1972 in Dresden bei H. Kunze und G. Kettner.
1977-1979 war sie Meisterschülerin der Akademie der Künste zu Berlin bei Prof. L. Grundig und J. von Woyski.
Ihre Arbeiten befinden sich in mehr als 70 Museen und Sammlungen im In- und Ausland.


Illustration zur Schattenschrift-Ausstellung

"Bereits in der Steinzeit enstanden aus den Erfordernissen des Alltags Gedächtnissysteme. Piktogramme gelten als erste Schrift. Nur die Ägyptische Schrift entwickelte sich vom Bild zum Zeichen. Keilschriften sind bereits Abstraktion. Illustration zur Schattenschrift-AusstellungSo vielfältig wie die Formen der Schrift sind auch ihre Träger: Steine, Hölzer, Terrakotta, Papyrus, Häute, handgeschöpfte Pflanzenpapiere. Sie sind Zeugen vom Leben der Menschen in frühen Kulturen. Die Materialien, Bearbeitungsformen und Schriftzeichen sprechen von Befindlichkeiten und Kultischem. Erzählerisch sind die altägyptischen und altindianischen Notate. Die keltischen Steinwirken archaisch. Ornament und Rhythmus faszinieren bei der arabischen Schrift. Vergeistigung und Schönheit spiegeln die fernöstlichen Kalligraphien. Streng geometrisch mutet die Schrift des Ivrit an. Das Perfekte und die Vielfalt heutiger Computerschrift vermögen nicht mehr, etwas vom Wesen und Sein des Schreibenden mitzuteilen.

Illustration zur Schattenschrift-Ausstellung

Das Künstlerbuch verbindet in wunderbarer Weise Bild und Schrift. 1989 entstand mein erstes Künstlerbuch, "Pittoresken". Gesellschaftlicher Umbruch, existenzielle Bedrohung der Profession und der Wunsch, eigenes Wollen zu schützen, ließen das Künstlerbuch für mich zu einer wichtigen Ausdrucksform werden. Illustration zur Schattenschrift-AusstellungDie Abfolge der Buchseiten ermöglicht künstlerische Abhandlung, thematische Verinnerlichung und Versenkung. Waren die zuerst entstandenen Bücher und Leporelli noch ohne Textbezug, so beziehen sich die weiteren Bücher auf verschiedene Texte. Jedes Buch fordert nach Inhalt und Anliegen eine unverwechselbare Gestaltung durch Technik und Materialien. Zerschnittene Jalousien künden vom Zeitgeist, schildern Wandel und Lebendigkeit, sprechen auch von Zurücknahme, Abschirmen des Inneren gegen das Außen. Die jüngst entstandenen unikaten Bücher sind Reverenzen an die deutsche Dichtkunst. So ist das Buch "Nebelstreif" eine Hommage an Corona Schröter, die als erste den Goetheschen "Erlkönig" vertonte. So vollzieht "Rosenlicht" die Orientalische Reise des Hermann Fürst von Pückler- Muskau nach. "Winters Eis" ehrt den mutigen Wilhelm Müller mit einer neuen Interpretation seiner "Winterreise". "Magie Marcel Marceau" kündet bewundernd vom berühmtesten Pantomimen der Welt.

Illustration zur Schattenschrift-Ausstellung

Meine Buchideen werden durch Autoren und Musiker zu Gedichten, Essays und Kompositionen weiterentwickelt. Umgekehrt entstehen, angeregt von Literatur und Musik, ihre Buchideen. Inhalt und Form der Bücher spiegeln die zeitnah entstandenen Papierarbeiten und Tafelbilder. Eigene Texte, historische und kunsthistorische Aufsätze begleiten die Buchidee."
Sigrid Noack


Weitere Informationen finden Sie auch im Internet:
http://www.zeitfragmente.de (externer Link)Symbol für externen Link


Eröffnung:

am Donnerstag, dem 26. Juni 2008
19.00 Uhr

Einführungsvortrag:

Reinhild Tetzlaff (Dresden)
19.00 Uhr


Informationen:
Michaela Klinkow, M.A.,
Landesbibliothek Oldenburg, 
Tel. (0441) 505018-80,
E-Mail: klinkowat-Zeichenlb-oldenburg.de

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Stand: 02.12.2013

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