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Abbildung des Buchcovers

Oldenburgische Bibliotheksgesellschaft Verein der Freunde und Förderer der Landesbibliothek Oldenburg Regionalverband der Bibliotheksgesellschaft Niedersachsen e.V.

Lesung:
Dr. Jörg W. Rademacher: Gefangen zwischen Kunst und Moral:
Oscar Wilde (1854-1900), ein Wortwerker zwischen Zensur und Selbstzensur

am Mittwoch, dem 21. Juni 2012, um 19.00 Uhr
Landesbibliothek Oldenburg,
Vortragsraum

Oscar Fingal O’fflahertie Wills Wilde hat als Journalist gearbeitet, Gedichte, Märchen und Essays veröffentlicht, als ihn 1889 das Angebot erreicht, einen Roman für die amerikanische Zeitschrift Lippincott's Monthly Magazine zu verfassen. Seit 1887 erscheint dort monatlich ein Kurzroman. Wilde sagt zu. Als er im April 1890 endlich das Typoskript nach Philadelphia sendet, beginnt eine Geschichte, die bislang nur wenigen Forschern vertraut ist.
Weithin bekannt ist Wildes Aufstieg zum berühmtesten Dandy und Komödienautor seiner Zeit, der bis ins Jahr 1895 anhält. Wer sich auch mit seinem Fall befasst, dem fällt auf, dass die öffentlichen Reaktionen auf die Erstausgabe des Romans die Presseberichte, die im Frühjahr 1895 erscheinen, vorwegnehmen. Jedes Mal wird Wilde als unmoralischer Autor verunglimpft. Der Unterschied besteht darin, dass er 1890 "nur"einen Roman veröffentlicht hat mit tendenziell homoerotischen Anspielungen. Als Buch erscheint der Roman ja erst 1891.
Im Frühjahr 1895 wird ihm vor Gericht erfolgreich vorgeworfen, er posiere als "Sodomit". Der Anwalt der Gegenpartei nutzt dabei die Unterschiede im Wortlaut zwischen der Erstausgabe von The Picture of Dorian Gray und dessen Buchausgabe von 1891, um von "Säuberungen" des Textes zu sprechen.
Tatsächlich haben Wilde und eine ganze Gruppe amerikanischer Lektoren schon vor der Erstveröffentlichung an zahlreichen Stellen Selbstzensur und Zensur praktiziert. Anhand ausgewählter Beispiele illustriert Rademacher diesen so spannenden wie folgenreichen und bis in die deutschen Übersetzungen zu verfolgenden Prozess.

Jörg W. Rademacher promovierte 1993 mit einer Arbeit zu James Joyce. Seit 2002 Gymnasiallehrer in Nordwestdeutschland, hat er Biographien zu Victor Hugo, Oscar Wilde und James Joyce publiziert und Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen. Seine Ausgabe von Das Bildnis des Dorian Gray. Der unzensierte Wortlaut des Skandalromans ist im Elsinor Verlag, Coesfeld, erschienen.

Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei.

Informationen:
Michaela Klinkow, M.A.,
Landesbibliothek Oldenburg, 
Tel. (0441) 505018-80,
E-Mail: klinkowat-Zeichenlb-oldenburg.de

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Stand: 28.11.2013

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