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Dr. Anne-M. Wallrath-Janssen:
Bücher "für die Zeit danach" -
Verlagsarbeit zwischen 1939 und 1950

Veranstaltung der Oldenburgischen Bibliotheksgesellschaft
und der Goethe-Gesellschaft Oldenburg
im Vortragsraum der LBO
am Dienstag, dem 16. September 2014,
um 19.30 Uhr

Über die Geschichte der nationalsozialistischen Literaturpolitik, über Rahmenvorgaben, Zensurprinzipien und Einzelvorschriften - und damit über Freiräume, Risiken und Grenzen verlegerischer Arbeit im sogenannten Dritten Reich - ist in den vergangenen dreißig Jahren viel geforscht worden: Dass hinsichtlich der Kulturpolitik der Jahre zwischen 1933 und 1945 weder von einem geschlossenen Verwaltungsapparat noch von einer einheitlichen Kulturpolitik auszugehen ist, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Spannend aber sind immer noch die konkreten Arbeitsbedingungen, sind das verlegerische Selbstverständnis wie die verlegerischen Entscheidungen und damit auch Gratwanderungen und Widersprüche im Detail.

Wie es einem erst im Jahr 1934 gegründeten bürgerlich-liberalen Kleinverlag gelingen konnte, ohne Eingriffe in die Organisation und personelle Struktur bis zum 8. Mai 1945, schließlich als 'kriegswichtig' geltend, publizieren zu dürfen, um dann als einer der ersten Verlage im Herbst 1945 die Lizenz zur Weiterarbeit zu erhalten, wird Frau Wallrath-Janssen anhand des Verlages H. Goverts (seit 1945 Claassen & Goverts, ab 1950 claassen verlag), mit Rückgriff auf ein umfängliches Verlagsarchiv, detailreich beleuchten. Die Veränderungen der Kriterien für die Manuskriptauswahl seit Kriegsbeginn, erneut seit 1942, die zunehmende Konzentration auf naturwissenschaftliche, philosophische und kulturhistorische Bücher, die nahezu in Gänze erst in den frühen Nachkriegsjahren erschienen, vor allem aber der fließende Übergang zu dezidierten Planungen "für die Zeit danach" belegen ebenso wie die vertrauliche Korrespondenz zwischen den Verlegern und ihren Autoren: Die Nachkriegsliteratur begann im Krieg.

Frau Dr. Wallrath-Janssen war nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Politikwissenschaft als Sprachlehrerin am Goethe-Institut Helsinki tätig, promovierte mit einer Studie über die Geschichte des Verlages H. Goverts im Dritten Reich und lehrt seit 25 Jahren an der Carl von Ossietzky-Universität in den Bereichen Literaturwissenschaften und Fachdidaktik Deutsch.

Der Eintritt ist frei.

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Stand: 04.09.2014

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