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Der Oldenburger Sachsenspiegel - Geschichte

Wappen aus dem Sachsenspiegel

Sachsenspiegel
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Die Oldenburger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels von 1336
(Signatur: CIM I 410)

Abbildung aus dem Oldenburger Sachsenspiegel
"Im Jahre des Herrn 1336 ist dieses Buch fertig gestellt worden, das Sachsenspiegel genannt wird, durch die Hand des Mönchs Hinrich zu Rastede, genannt Gloyesten".

Als einziger der vier bebilderten Sachsenspiegel-Codizes nennt der Oldenburger im Kolophon auf Bl. 133v Schreiber, Ort und Zeit der Handlung und fügt den Auftraggeber, den Oldenburger Grafen Johann III., Anlaß und Zielgruppe der Niederschrift bei:

"Dieses Buch ließ Johann, Graf zu Oldenburg, schreiben, nicht dafür, dass er für seine Vasallen neue Gesetze oder Satzungen einführen wollte, sondern nur deswegen, weil zu seinen Zeiten fast alle älteren Ritter und Vasallen seines Machtgebietes gestorben waren, so dass durch die Abwesenheit jener die Rechte seiner Vorfahren den jungen Vasallen, die dann lebten, zum großen Teil unbekannt gewesen sind, und sie um diese Rechte oft schlecht bestellt waren."

Mit der Rechtsaufzeichnung sollte einer möglichen Rechtsunsicherheit im Lande vorbeugend begegnet werden. Der beim Prolog neben dem Autorbild (fol. 6r) am Rankenwerk der Initiale D aufgehängte Wappenschild der Oldenburger Grafen scheint bereits die im Schlusswort der Handschrift ausgedrückte Verbindlichkeit des Textes anzudeuten.

Weitere Nachrichten gibt es zeitnah nicht, die Bemühungen um die Bewahrung des Rechts in didaktischer Perspektive, auch zum Lob des Oldenburger Grafenhauses und seiner Verbindung zu den Welfen, werden in Rastede oder in der Oldenburger Burg stattgefunden haben.

Erstmals nachgewiesen ist die Bilderhandschrift im Bibliothekskatalog des Oldenburger Grafen Johann VII. 1596, dann im Bücherinventar seines Sohnes Anton Günther 1637. 30 Jahre später ging sie an seinen illegitimen Sohn Anton von Aldenburg, der schließlich sein Domizil in Varel aufschlug, dann im Erbgang an die Grafen von Bentinck. Als deren Schloß 1751 in Varel in Flammen aufging, überlebte die Handschrift, weil sie ausgeliehen war. 1877 verkauften die Bentincks den Codex sowie einen glossierten niederdeutschen Sachsenspiegel (um 1350) und einen hochdeutschen Schwabenspiegel (Delmenhorst, 1355) an den Oldenburger Großherzog Nikolaus Friedrich Peter, der sie dem Fideikommiß seines Hauses einverleibte. Zwei Jahre später wurde der Text erstmals publiziert:

Der Sachsenspiegel, Landrecht und Lehnrecht.
Nach dem Oldenburger Codex picturatus von 1336.
Hrsg. von August Lübben.
Mit Abb. in Lithogr. und einem Vorw. zu denselben von Friedrich von Alten.
Oldenburg 1879.

1991 erwarb die Niedersächsische Sparkassenstiftung mit Unterstützung anderer öffentlicher Finanzdienstleister, der Kulturstiftung der Länder und dem Bundesinnenministerium den Oldenburger Sachsenspiegel von Herzog Anton Günther, dem Urenkel Nikolaus Friedrich Peters. 1995 kam er als Dauerleihgabe in die Landesbibliothek Oldenburg.

Literatur: Egbert Koolman: Untersuchungen zur Besitzgeschichte der Oldenburger Bilderhandschrift.
In: Der Oldenburger Sachsenspiegel.
Vollständige Facsimile-Ausgabe im Originalformat des Codex picturatus Oldenburgensis CIM I 410 der Landesbibliothek Oldenburg.
Kommentarbd. Hrsg. von Ruth Schmidt-Wiegand im Auftr. der Niedersächsischen Sparkassenstiftung Hannover.
Graz 1996, S. 23-38
(Codizes Selecti. Phototypice Impressi. Facsimile Vol. CI, Comentarium Vol. CI*)

Weitere Literatur

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Stand: 21.02.2017

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