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Oldenburgische Bibliotheksgesellschaft
"Buch des Monats"

Aus: Seelentroost, Zwolle 1491, LBO-Signatur: Cim II 245

Gerhard Anton von Halem:
Geschichte des Herzogthums Oldenburg. Bd. 1-3.
Oldenburg bey Gerh Stalling und in Commission bey Fr. Willmans in Bremen, 1794-1796.
LandesB.: Ge IX B 37 A

Erster Band, XXXII, 518 S., mit einem Kupferstich, 20 Urkunden und zwey Stammtafeln
Zweyter Band, XXIV, 517 S. mit zwei Kupferstichen
Dritter Band, XII, 638 S., mit zwei Kupferstichen, 33 Urkunden und zwey Stammtafeln

Seine dreibändige 'Geschichte des Herzogthums Oldenburg' hat den zeitlebens den Idealen der Aufklärung und der französischen Revolution verpflichteten oldenburgischen Juristen und Schriftsteller Gerhard Anton von Halem (1752 - 1819) bis auf den heutigen Tag populär gemacht, mag er selbst seinen literarischen Werken zur Herausbildung bürgerlich-tugendhafter Gesinnung und Gesittung einen höheren Stellenwert beigemessen haben.

Nach der 1773 in der alten Grafschaft Oldenburg zu Ende gegangenen Dänenzeit wollte von Halem dazu beitragen, seine oldenburgischen Mitbürger - wie er in der Vorerinnerung zum zweiten Band schreibt - "auf den Standort zu leiten, aus welchem sie die Beschaffenheit ihrer nähern bürgerlichen Verbindung klarer übersehen und zugleich wieder einigen Sinn für deutschen Gemeingeist und deutsche Verfassung schöpfen können". Allein wissenschaftlichen Standards verpflichtet, stützt er - erstmals in der oldenburgischen Geschichtsschreibung - seine umfangreichen historischen Ausführungen der Vorzeit bis zur dänischen Herrschaft auf Urkunden, die er seinem Werk ín vollem Wortlaut beigibt. Mögen von Halems historiographischen Betrachtungen überholt sein, so bleibt seine 'Geschichte des Herzogthums' durch den Abdruck der Urkunden auch 200 Jahre nach ihrem Erscheinen von Nutzen, wie der 1974 vom Verlag Schuster in Leer veranstaltete Nachdruck belegt.

Durch die Beigabe von fünf Kupferstichen stellt das Originalwerk eine kleine Kostbarkeit dar. Der Eingang des ersten Bandes ist mit einer romantisierenden Darstellung der Huder Klosterruine geschmückt; - gezeichnet und gestochen von dem in Berlin wirkenden berühmtesten Kupferstecher seiner Zeit Daniel Chodowiecki (1726 - 1801). Möglicherweise hatte Chodowiecki die Klosterruine selbst aufgesucht, um von Halems Auftrag ausführen zu können. Wahrscheinlicher ist, dass Chodowiecki eine Skizze der Ruine zur Verfügung gestellt worden war. Dieser Kupferstich Chodowieckis diente im 19. Jahrhundert vielen Kunstmalern als Vorlage für Darstellungen der verfallenen Ruine des Zisterzienserklosters Hude.

Den zweiten Band zieren eine Ansicht des Schlosses Rastede und das berühmte Reiterbild des Grafen Anton Günther auf seinem Pferd Kranich. Diese Kupfer waren von D. Berger nach Zeichnungen des Kunstmalers Arichat gestochen worden. D. Berger und Arichat haben auch die beiden Kupfer für den dritten Band besorgt, - das Porträt des Fürstbischofs zu Lübeck und ersten Herzogs von Holstein-Oldenburg Friedrich August (1711 - 1785) und eine Ansicht des Zwischenahner Meeres.

Ein glücklicher Umstand hat alle fünf Originaldruckplatten erhalten. Dadurch konnte 1995 des Erscheinens der 'Geschichte des Herzogthums' vor 200 Jahren in besonderer Weise gedacht werden. Der Künstler Norbert Marten aus Westerstede stellte auf feinstem Büttenpapier jeweils 105 Tiefdrucke von den Originalplatten her, die als nummerierte Kunstmappen in den Handel gelangten. 200 Jahre nach dem Erscheinen der Erstausgabe!

Dr. Walter Müller

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Stand: 06.01.2015

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