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Oldenburgische Bibliotheksgesellschaft
"Buch des Monats"

Else Ury - 135. Geburtstag 2012 und 70. Todestag 2013

Portrait Else Ury


Am 1. November 1877 wird Else Ury als drittes Kind des Tabakfabrikanten Emil Ury in Berlin geboren. Sie wächst in einer großbürgerlichen jüdischen Familie auf. Mit 17 Jahren verlässt sie ohne Abitur das Lyceum und schreibt wahrscheinlich schon erste Beiträge für die Vossische Zeitung unter Pseudonym. 1905 erscheint im Globus-Verlag eine Sammlung von Erzählungen unter dem Titel Was das Sonntagskind erlauscht und schon ein Jahr später, 1906, im Meidinger Jugendschriften-Verlag die Erzählung Studierte Mädel.

Else Ury wird bekannt, ihre Geschichten gefallen einem breiten Publikum. 1913 wird ihr Buch Goldblondchen von der "Jugendschriftenwarte", einem Prüfausschuss für Jugendschriften als Lesestoff für die dritte Klasse empfohlen.

Cover von Else Ury: Nesthäkchen und der Weltkrieg

Seit Beginn des Ersten Weltkriegs schreibt sie an einer Romanreihe, deren erster Band Nesthäkchen und ihre Puppen 1918/19 bei Meidinger erscheint. Zehn Bände sollen es werden, die Reihe schließt sie 1925 mit dem Band Nesthäkchen im weißen Haar ab. Annemarie Braun, die blonde Heldin der Nesthäkchen-Serie lebt wie die Autorin in einer bürgerlichen Familie - allerdings ist es eine christliche und keine jüdische. Aber Else Ury vermag das Zeitkolorit wie nur wenige Autoren authentisch und zugleich für kindliche Leser nachvollziehbar und plastisch darzustellen. Allerdings, das gilt nicht nur in ihrem Fall, werden Neuausgaben der Romane und Erzählungen immer wieder "behutsam modernisiert", geglättet und verändert. In einer Neuausgabe im Hoch-Verlag Düsseldorf wird sogar der Band Nesthäkchen und der Weltkrieg geschickt aus der Reihe ausgeblendet: Es passt nicht ins Bild, dass die Autorin deutschnational dachte.

Insgesamt schreibt Else Ury 39 Bücher, die Auflagen sind hoch. Sie kann sich von den Honoraren sogar ein Ferienhaus im schlesischen Krummhübel (heute Karpacz) leisten, wo sie viele Ferienwochen verbringt.

Ab 1933 unterliegt auch sie den "Judengesetzen" Hitlers und erleidet wie die anderen Juden Deutschlands alle Entrechtungen und Schikanen. Ihre Familie ist entweder emigriert oder bereits gestorben, als sie am 12.01.1943 nach Auschwitz deportiert wird, am 13.01. wird sie dort in der Gaskammer ermordet. Ihre Bücher jedoch leben weiter und sind ein bleibender Bestandteil der deutschen Jugendliteratur.

 

Detlef Haberland

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Stand: 08.10.2015

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