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Oldenburgische Bibliotheksgesellschaft
"Buch des Monats"

Helfrich Peter Sturz: Schriften

Titelblatt von Helfrich Peter Sturz: Schriften

Der früh verstorbene deutsche Schriftsteller (auch Maler und Zeichner) Helfrich Peter Sturz (1736-1779) verbrachte nach einem längeren Aufenthalt am dänischen Hof in Kopenhagen und einer anschließenden Europareise seine letzten Lebensjahre als höherer Beamter in Oldenburg. Sein schmales literarisches Oeuvre, welches im Wesentlichen in Oldenburg entstand (1772-1779), erregte die Aufmerksamkeit eines anspruchsvolleren zeitgenössischen Lesepublikums. Sturz galt als ein Meister der literarischen Kurzprosa. Der elegante und glänzende Stil des polyglotten Kosmopoliten, der an der Lektüre antiker Klassiker und der zeitgenössischen Weltliteratur geschult war, wurde hoch gelobt.

Die gezeigte Erstausgabe seiner "Schriften" (2 Bde., Leipzig 1779/1782) ist heute selten geworden. Das Exemplar der Landesbibliothek Oldenburg stammt aus der privaten Büchersammlung des Oldenburger Arztes und frühen Literaturwissenschaftlers Gerhard Anton Gramberg (1748-1818) und befindet sich seit 1830 im Altbestand der Bibliothek.

Erst wenige Monate vor seinem Tod entschloss sich Sturz auf Anraten seines hannoverschen Freundes J. G. Zimmermann, eine kleine Auswahl seiner Essays, die zuvor überwiegend in H. Chr. Boies "Deutschem Museum" erschienen waren, in überarbeiteter Form als selbstständiges Werk zum Druck zu bringen. Die von ihm mit einer Widmung an Zimmermann herausgegebene "Erste Sammlung" erschien 1779 in einem der wichtigsten Verlage der deutschen Aufklärung, bei Philip Erasmus Reich in Leipzig.

Nach dem deutlichen Erfolg der "Ersten Sammlung", den Sturz nicht mehr erleben konnte, kam drei Jahre später - nun posthum - eine von H. Chr. Boie im Auftrag von Reich betreute "Zweite Sammlung" heraus (1782). Die hier getroffene Auswahl weiterer Sturzischer Texte stammt, wie die Marginalien zu einer nicht auf dem Buchmarkt erschienenen Vorstufe von Band 2 ausweisen, in größeren Teilen von Sturz' Vertrauten und Oldenburger Freund Gramberg.
Der Versuch, Sturz im Zusammenhang seines 200. Todesjahres (1979) neu zu entdecken, brachte immerhin einige wichtige Fortschritte in der Sturz-Forschung1. Eine kommentierte kritische Gesamtausgabe und eine moderne Würdigung seines Oeuvres fehlen bis heute.2

Gabriele Crusius


1 Jörg-Ulrich Fechner, Helfrich Peter Sturz (1736-1779). Drei Essays. Darmstadt 1981. Jaikyung Hahn, Helfrich Peter Sturz (1736-1779). Der Essayist, der Künstler, der Weltmann. Leben und Werke mit einer vollständigen Edition des Briefwechsels. Stuttgart 1976.
2 Ein größerer Teil des handschriftlichen Nachlasses von Sturz befindet sich in der Handschriftenabteilung der Landesbibliothek Oldenburg.


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Stand: 08.10.2015

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