Mittwoch, 09. Januar 2013
Dr. Uta Fleischmann
Buchpräsentation

Nº 1
Bärbel Hische - Uta Fleischmann
Gelbe Tapete - Monolog
Übersetzt und bearbeitet von Uta Fleischmann für eine Installation von
Bärbel Hische nach Die gelbe Tapete von Charlotte Perkins Gilman
ISBN 978-3-89995-899-7
Nº 2
Uta Fleischmann (Hrsg.)
Schwarzenbach-Projekt
Die zärtlichen Wege, unsere Einsamkeit von Annemarie Schwarzenbach.
Monolog
Textcollage von Uta Fleischmann nach der Erzählung Eine Frau zu sehen
von Annemarie Schwarzenbach
ISBN 978-3-89995-915-4
Nº 3
cb nooren
Blödsense & Nonsinn. Gedichte
ISBN 978-3-89995-916-1
Alle Bändchen 40 Seiten in bibliophiler Ausstattung.
Künstlerumschlag. Fadenheftung.
Weitere Titel in Vorbereitung
Donnerstag, 24. Januar 2013
Prof. Dr. Friso Wielenga
Geschichte der Niederlande

"Klein, aber tapfer" - so und nicht ganz ohne Ironie bringt ein niederländischer Historiker das Selbstbild und den Mythos der eigenen Geschichte auf eine Quintessenz. Auch dem deutschen Nachbarland gilt die niederländische Nation als friedlich, freiheitsliebend, tolerant und auf politischen Ausgleich und Kompromisse aus. Das stimmt so sehr, wie es vereinfacht und verzerrt: Der Staat mit seiner föderalen und bürgerlichen Struktur blieb vom Absolutismus verschont, bevölkerungsstarke religiöse Minderheiten verlangten der calvinistischen Kirche Duldsamkeit ab, in kaum einem europäischen Krieg konnten die Niederlande als Militärmacht auftreten. Aber die Geburt der kleinen Nation fand im Bürgerkrieg statt, die religiösen Parteiungen bildeten schon im goldenen 17. Jahrhundert Parallelgesellschaften, und heute findet der neue Rechtspopulismus ausgerechnet in den Niederlanden einen fruchtbaren Boden, so lautet der Werbetext des Reclam-Verlags zum 2012 neu erschienenen Werk Friso Wielengas über die niederländisch Geschichte.
Prof. Wielenga ist Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien der Universität Münster und seit vielen Jahren der Experte für die Geschichte, Politik und Kultur unseres Nachbarlands.
Donnerstag, 14. Februar 2013
Dr. Mareile Oetken
Kinderzimmertauglich.
Der 1. Weltkrieg im Bilderbuch
Patriotische und kriegsverherrlichende Themen und Darstellungen waren in Soldatenbilderbüchern und Fibeln bereits im Kaiserreich fester Bestandteil der patriotischen illustrierten Kinderliteratur. Das Kriegsbilderbuch wird mit der Kriegserklärung Deutschland 1914 überaus erfolgreicher Teil einer bislang nicht gekannten massenmedial betriebenen Kriegskampagne. Die Grenze zwischen idealisierten Kindheitsbildern, die eng gebunden an romantisierenden Naturvorstellungen konstruiert werden und blankem Chauvinismus werden zum 1.Weltkrieg hin erkennbar durchlässiger. Wie genau die Bild- Textkonzepte, die zum einen in Traditionslinien standen und natürlich im Zweiten Weltkrieg Kontinuität erfuhren, Bilder von Kind und Kindheit für den Krieg instrumentalisieren, wird Thema des Vortrags sein.
Dr. Mareile Oetken arbeitet an der Universität Oldenburg u.a. als Koordinatorin für Kinder- und Jugendliteraturforschung und ist seit 2009 Mitglied im KIBUM Koordinierungsrat.
Donnerstag, 14. März 2013
Vorstellung der Neuauflage der "Ammergauischen Frülingslust"
von Johann Justus Winkelmann.
Die "Ammergauische Frülingslust" (1656) des Oldenburger Hofhistoriographen Johann Justus Winkelmann (1620-1699) gehört zu den wenigen erhaltenen literarischen Zeugnissen Oldenburgs aus der Barockzeit. In fünf "Tageszeiten" lässt der Autor seinen Ich-Erzähler im Mai 1654 die Residenzstadt Oldenburg und deren nähere Umgebung, den "weltberühmten Ammergau", erkunden. Der Erzähler bewundert die Schönheit der Natur in freier Landschaft und in den herrschaftlichen Gärten sowie die Harmonie und Bedeutungsfülle der Schöpfung. Anton Günther (1583-1667), von Gottes Gnaden Graf zu Oldenburg und Delmenhorst, Herr zu Jever und Kniphausen - und Dienstherr des Frülingslust-Poeten Winkelmann, wird dabei als in frommer Weisheit regierender Diener des allmächtigen Schöpfers dargestellt.
Die neue Edition von "Oldenburgs reizvollstem Beitrag zur Barockliteratur" (Paul Raabe) wendet sich in gleicher Weise an den Fachgelehrten wie den literarisch und historisch interessierten Laien. Beide sind eingeladen, Hans Just Winkelmann auf seinen poetischen Wanderungen in und um Oldenburg zu begleiten und mit Ammergauischer Frülingslust ein Gebiet zu erschließen, das bislang weithin als weißer Fleck auf der literarhistorischen Landkarte galt.
Das fast vergessene, nur noch in wenigen Exemplaren erhaltene Werk wird nach mehr als drei Jahrhunderten erstmals wieder im Druck vorgelegt. Der von Prof. Dr. Eckhard Grunewald herausgegebene Band verbindet den Reprint des Textes mit einem ausführlichen literatur- und kulturgeschichtlichen Kommentarteil mit Beiträgen verschiedener Autoren.
Prof. Dr. Eckhard Grunewald war bis vor kurzem Professor für Germanistik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Die Autoren des Bandes werden in mehreren Kurzvorträgen das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.
Dienstag, 23. April 2013
Dr. des. Thomas Boyken
"Bezwinget Euch, ertragt es wie ein Mann!"
Über Männlichkeit(en) in Schillers Wilhelm Tell
In Wilhelm Tell wird der junge Arnold vom Melchthal, der seinen geblendeten Vater rächen will, von Walther Fürst ermahnt: "Bezwinget Euch, ertragt es wie ein Mann!" Am Beispiel von Schillers Wilhelm Tell wird gezeigt, dass Schillers Dramen eine Vielfalt von historisch wandelbaren, durch gesellschaftliche, soziale und kulturelle Praktiken geprägten Männlichkeiten zeigen. Der Vortrag wird dabei auch den Blick auf die anderen Dramen Schillers öffnen und drei Fragen ins Zentrum der Argumentation rücken: (1) Welches Verhältnis realisiert sich zwischen dem konkreten Figurenhandeln und dem in Figurensicht vorbildlichem Handeln eines Mannes? (2) Werden durch die dargestellten Männlichkeiten normative Dimensionen realisiert? (3) Modifiziert oder unterläuft das in Schillers Dramen dargestellte Handeln der männlichen Figuren die historischen Männerbilder?
Thomas Boyken ist Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Germanistik der Universität Oldenburg. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Literatur um 1800 und des 20. Jahrhunderts.
Donnerstag, 6. Juni 2013
Dr. Friedrich Scheele
Vom Kohlenprinzesschen, Prinz Goldherz und der verwunschenen Mühle

Die Welt der Märchen hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Auch im Zeitalter der globalen Kommunikation, der weltweiten Handelsmarken und der internationalen Thriller haben die braven Müllerburschen, die verzauberten Prinzessinnen, die bösen Hexen und die hilfreichen Tiere wenig von ihrem Reiz eingebüßt. Wo das reale Leben unüberschaubar geworden ist und die Grenzen zwischen Gut und Böse längst nicht immer klar zu erkennen sind, steigt die Sehnsucht nach eindeutigen Verhältnissen, nach einer Welt, in der die Schurken bestraft und die Guten erlöst werden, in der es sich also lohnt, tugendhaft zu sein. Wie schon in den bekannten Märchen der Brüder Grimm und Hans Christian Andersen, stehen auch in den neuen Erzählungen Friedrich Scheeles Tugenden wie Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft, Moral und Aufrichtigkeit u.a. im Vordergrund.
Dr. Friedrich Scheele, Direktor der Museen, Sammlungen und Kunsthäuser Oldenburg, liest aus seinem Märchenbuch "Prinz Goldherz und die verwunschene Mühle, das mit Scherenschnitten von Klaus Beilstein illustriert ist.
Alle Veranstaltungen finden in der Regel jeweils um 19.00 Uhr in der Landesbibliothek Oldenburg, Pferdemarkt 15, statt.
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen:
PD Dr. Rita Schlusemann,
Vorsitzende der Oldenburgischen Bibliotheksgesellschaft
Institut für Germanistik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg,
Tel. 0441 / 7984576
rita.schlusemann@uni-oldenburg.de
Geschäftsstelle der
Oldenburgischen Bibliotheksgesellschaft
c/o Landesbibliothek Oldenburg
Postfach 3480
26024 Oldenburg
Tel. 0441 / 7992800 Fax: 0441 / 7992865