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 Über die LBO

Der Bestand der Landesbibliothek Oldenburg

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Sammelschwerpunkt

Schon der Gründungsbestand von 1792 bevorzugte die historischen und die Sprach- und Literaturwissenschaften; er berücksichtigte breit auch die zeitgenössische Produktion des europäischen Auslandes, vor allem die englische Literatur, und wurde in Oldenburg besonders um juristische und regionale Literatur ergänzt. Mit dem Gründungsbestand kamen 200 Drucke des Venezianers Aldus Manutius und seiner Nachfolger nach Oldenburg.
Heute sammelt die Landesbibliothek Literatur zu allen Wissenschaften, widmet sich vorrangig dem Bestandsaufbau in den Bereichen der Geschichte, Geographie, Theologie, Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaften, europäischen Sprachen und Literaturen, Kunst, des Rechts und der Wirtschaft. Als Regionalbibliothek für Nordwest-Niedersachsen richtet sie ihr besonderes Augenmerk auf die Geschichte und Landeskunde Nordwestdeutschlands und die niederdeutsche Sprache und Literatur. Oldenburgica werden mit dem Anspruch auf Vollständigkeit gesammelt.

Natürlich sammelt die Landesbibliothek nicht nur Drucke, sondern auch Handschriften und Nachlässe.

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Sammlung Regionalliteratur

Als Regionalbibliothek für den Nordwesten sammelt die Landesbibliothek Oldenburg die Publikationen der Region, um sie zu archivieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Über den Oldenburger Verbundkatalog (ORBIS) und die Oldenburgische Bibliographie kann der Bestand im Internet recherchiert werden.
Zur aktuellen Information bietet die Landesbibliothek ihren Benutzerinnen und Benutzern einen Newsletter an, der neue Oldenburg-Publikationen verzeichnet. Er erscheint viermal im Jahr und kann über die Webseiten der Landesbibliothek abonniert werden oder als Datei heruntergeladen werden.

Um eine möglichst vollständige Dokumentation der regionalen Literatur zu erreichen, möchte die Landesbibliothek die Verfasser/Innen bzw. Herausgeber/Innen in der Region bitten, ihre Arbeiten der Landesbibliothek zur Verfügung zu stellen.

Bitte zeigen Sie uns an, wenn Sie an folgenden Publikationen mitwirken:

Sehr freuen würden wir uns, wenn Sie uns Ihre Arbeiten als Spende zusenden würden, aber auch eine Übernahme gegen Kostenerstattung ist möglich.

Landesbibliothek Oldenburg
Sammlung Regionalliteratur
Evelyn Harmsen
Harmsenatlb-oldenburg.de
Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg, Tel. 0441-505018-81,
Postanschrift: Postfach 3480, 26024 Oldenburg

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Sondersammlungen in der Landesbibliothek

In die alte Aufstellung integriert sind heute u.a. folgende Privatbibliotheken:
Johann Samuel Neumann (1744 - 1791), Pastor in Bardenfleth: 1.069 Drucke, Oldenburgensien
Adolph Friedrich Trendelenburg (1773 - 1803), Professor in Kiel: 3.010 Bände, Juridica
Gerhard Anton Gramberg (1744 - 1817), Arzt in Oldenburg: 5.295 Bände, Medizin, deutsche Literatur
Christoph Friedrich Mentz (1765 - 1832), Regierungspräsident in Oldenburg: 2.850 Bände, Juridica, Naturwissenschaften, Geographie
Wilhelm Ferdinand Ludwig Voß (1781 - 1840), Arzt in Eutin: 1.783 Bände, Medizin
Gottfried Adolph Böckel (1783 - 1854), Generalsuperintendent in Oldenburg: 4.500 Bände und 6.000 - 7.000 theologische Dissertationen und Kleinschriften

Gesondert aufgestellt und mit speziellen Signaturen versehen sind u.a. folgende Bibliotheken:
Remmer von Seediek (ca. 1500 - 1557), Rentmeister in Jever: 76 Bände, Juridica, Theologica. die Hälfte der Bibliothek Remmers beherbergt die Landesbibliothek, den zweiten Teil das Mariengymnasium in Jever
Christian Ludwig Runde (1773 - 1849), Oberappellationsgerichtspräsident in Oldenburg: 1.255 Bände, Juridica
Großherzoglich Oldenburgische Militärbibliothek (1815 - 1914, erworben 1919): 11.200 Bände
Pädagogischer Lehrgang (erworben 1934): 2.400 Bände
Hermann Schumacher (1868 - 1952), Professor der Nationalökonomie: 18.000 Bände

Hervorzuheben sind ferner folgende Bestände:
Sammlung oldenburgischer Zeitungen: Der umfangreiche, bis auf das Jahr 1746 zurückgehende Bestand ist erschlossen von Walter Barton: Zeitungen. 2., durchges. und erg. Aufl. Oldenburg 1995 (Schlag nach in der Landesbibliothek, 7; Schriften der Landesbibliothek, 19).
Sammlung niederdeutscher Literatur: Der Bestand, der sich zusammensetzt aus dem Spieker-Bökerschapp, einer Dauerleihgabe des Spieker - Bund der Oldenburger Heimatvereine, und den kontinuierlichen Erwerbungen der Landesbibliothek ist erschlossen von Rainer Lübbe: Niederdeutsche Literatur in der Landesbibliothek Oldenburg. Katalog. 5., verm. Ausg. Für den Druck eingerichtet von Hannelore Haak und Egbert Koolman. Oldenburg 1994 (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg, 4). Gabriele Diekmann-Dröge: Niederdeutsche Heimatliteratur in Oldenburg 1870 bis 1950. Ein Auswahlverzeichnis. Oldenburg 2002 (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg, 36).
Sammlung von Bänkelliedern und Jahrmarktdrucken des 19. Jahrhunderts, verzeichnet von Egbert Koolman: Bänkellieder und Jahrmarktdrucke. Oldenburg 1990 (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg 22; Kataloge der Landesbibliothek Oldenburg, 6).
Sammlung Menz: von Dr. med. Heinrich Menz aufgebaute, ca. 2.300 Bände starke Bibliothek mit Literatur über Schlesien.

Näheres zum Aufbau des Bestandes der Landesbibliothek bis 1938 mit Literaturangaben finden Sie in: Oldenburg 1, in: Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland. Hrsg. von Bernhard Fabian. Bd. 2.2: Niedersachsen H - Z. Hrsg. von Paul Raabe. Bearb. von Alwin Müller-Jerina. Reg. von Karen Kloth. Hildesheim, Zürich, New York 1998, S. 144 - 168. Knapp zu Bestand und Geschichte: Egbert Koolman: Landesbibliothek Oldenburg. In: Regionalbibliotheken in Deutschland. Mit einem Ausblick auf Österreich und die Schweiz. Hrsg. von Bernd Hagenau. Frankfurt/Main 2000 (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Sonderh. 78), S. 169 - 174.

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Größere Nachlässe in der Landesbibliothek

Behrens, Karl Friedrich (1884 - 1943), Lehrer, Puppenspieler
Erinnerungen, Puppenspiel-Texte, Briefe, persönliche Papiere
Herwig Witte: Nachlässe von Otto Willers (1902 - 1976) und Karl Friedrich Behrens (1884 - 1943). Unter Verwendung der Vorarbeiten von Friedegard Friedrich, Johann Onnen und Karl Veit Riedel geordnet und verzeichnet. Oldenburg 1993. (Typoskript)

Dugend, Enno (1915 - 1980), Komponist
Noten, persönliche Papiere, Briefe, Dreh- und Rollenbücher
geordnet und teilweise verzeichnet

Fischer, Wolfgang Günther (1905 - 1973), Dr. phil., Leiter der Landesbibliothek
Arbeiten, Notizen, Kollektaneen, Briefe, Handakten (Landesbibliothek, Fachstelle für Büchereiwesen, Einbandkommission des Vereins Deutscher Bibliothekare)
Margot Barakov: Der Nachlass Wolfgang G. Fischer in der Landesbibliothek. Oldenburg 2000. (Typoskript)

Halem, Gerhard Anton von (1752 - 1819), Jurist, Verwaltungsbeamter, Schriftsteller
Dichtungen, Briefe, Notizen, Autobiographie, Kollektaneen 
Signaturen: Cim I 88 m-o; Ge IX B 39
Paul Raabe: Der Briefnachlass Gerhard Anton von Halems (1752 - 1819) in der Landesbibliothek Oldenburg. Katalog. Millwood, London, Nendeln 1982 (Repertorien zur Erforschung der frühen Neuzeit, 3; Kataloge der Landesbibliothek, 1).

Hamel, Richard (1853 - 1924), Dr. phil., Journalist, Schriftsteller
Exzerpte, Notizen, Briefe
Margot Barakov: Der Nachlass Richard Hamel in der Landesbibliothek Oldenburg. Oldenburg 2000. (Typoskript)

Hinrichs, August (1879 - 1956), Tischlermeister, Schriftsteller
Dichtungen, Notizen, Briefe, persönliche Papiere
Johann Onnen/ Gerhard Preuß: Der Nachlass August Hinrichs in der Landesbibliothek Oldenburg. Mit einem Beitrag von Karl Veit Riedel. Oldenburg 1984 (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg, 11; Kataloge der Landesbibliothek Oldenburg, 2)

Krüger, Werner (1907 - 1977), Dr. phil., Studienrat, Literat
Tagebücher, Briefe, Zeitungsausschnitte
Margot Barakov: Der Nachlass Krüger-Brunssen in der Landesbibliothek Oldenburg. Oldenburg 2000. (Typoskript)

Kühn, Anton (1854 - 1941), Gymnasialprofessor, Oberbibliothekar
Exzerpte, Notizen
Signatur: Cim I 88 ff, rr, sss
Handschriftlich inventarisiert

Rodiek, Diedrich (1897 - 1985), Professor, Landpädagoge
Exzerpte, Vorlesungskonzepte, Notizen, Briefe
Herwig Witte: Nachlass von Diedrich Rodiek (1897 - 1985). Oldenburg 1992. (Typoskript)

Rogge, Alma (1894-1969), Dr. phil., Journalistin, Schriftstellerin
Dichtungen, Notizen
Jürgen Beutin: Alma Rogge. Verzeichnis der Manuskripte und Papiere aus ihrem Nachlass. Oldenburg 1973. (Typoskript)

Schumacher, Hermann (1868 - 1952), Professor, Staatswissenschaftler
Arbeiten, Exzerpte, Notizen, Kollektaneen, Briefe, persönliche Papiere
Handschriftlich erschlossen

Schumacher, Hermann Albert (1839 - 1890), Bremischer Staatsmann, Historiker
Arbeiten, Exzerpte, Notizen, persönliche Papiere
Handschriftlich erschlossen

Seetzen, Ulrich Jasper (1767 - 1811), Orientalist, Forschungsreisender
Reisetagebücher, Briefe, persönliche Papiere
Signatur: Cim I 88g-l
Klaus-Peter Müller: Seetzeniana in Nordwestdeutschland. Quellen zu Ulrich Jasper Seetzen und zur Edition seiner Tagebücher. In: Ulrich Jasper Seetzen (1767 - 1811). Leben und Werk. Die arabischen Länder und die Nahostforschung im napoleonischen Zeitalter. Vorträge des Kolloquiums vom 23. und 24. September 1994 in der Forschungs- und Landesbibliothek Gotha, Schloss Friedenstein. Gotha 1995 (Veröffentlichungen der Forschungs- und Landesbibliothek Gotha, 33), S. 77 - 102, hier S. 92 - 97

Sturz, Helfrich Peter (1736 - 1779), Schriftsteller
Dichtungen
Signatur: Cim I 88 c
Handschriftlich erschlossen

Tenge, Oskar (1832 - 1913), Wasserbau-Ingenieur, Geh. Oberbaurat
Arbeiten, Exzerpte, Notizen, Zeichnungen, Briefe
Gerhard Preuß: Der Nachlass Oskar Tenges in der Landesbibliothek Oldenburg. Katalog. Mit einem Beitrag von Wolfgang Hartung und einem unveröffentlichten Vortrag von Oskar Tenge: Sturmfluten. Oldenburg 1985. (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg, 12; Kataloge der Landesbibliothek Oldenburg, 3)

Thorade, Willa (1870 - 1962), Frauenrechtlerin, Kommunalpolitikerin
Arbeiten, Briefe
Nur grob verzeichnet

Trentepohl, Johann Friedrich (1748 - 1806), Pastor, Botaniker
Briefe, Arbeiten, Notizen
Signatur: Cim 88 aa, lll, mmm, gg, ee, ii
Handschriftlich verzeichnet

Vring, Georg von der (1889 - 1968), Schriftsteller
Gedichte, Roman "Soldat Suhren"
Signatur: Cim I 88 tt, iii
Handschriftlich verzeichnet

Willers, Otto (1902 - 1976), Arbeitsdienstführer, Jugendleiter, Puppenspieler
Puppenspiel-Texte, persönliche Papiere
Herwig Witte: Nachlässe von Otto Willers (1902 - 1976) und Karl Friedrich Behrens (1884 - 1943). Unter Verwendung der Vorarbeiten von Friedegard Friedrich, Johann Onnen und Karl Veit Riedel geordnet und verzeichnet. Oldenburg 1993. (Typoskript)

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Handschriften in der Landesbibliothek

Der gut 1.000 Stücke umfassende Handschriftenbestand der Landesbibliothek hat eine stark regionale Färbung. Sein  zeitlicher Schwerpunkt liegt in der Zeit seit dem 18. Jahrhundert. Der Gesamtbestand ist durch ein handschriftliches grobsystematisch ordnendes Inventar, z. T. auch durch ein Sachregister erschlossen.

 Weitere Informationen zur Nutzung der Handschriften

Der Bestand an mittelalterlichen Handschriften setzt sich im wesentlichen aus dem säkularisierten Besitz von Klöstern und Stiften im westlichen Niedersachsen und in den östlichen Niederlanden zusammen. Er ist katalogisiert von Irene Stahl: Handschriften in Nordwestdeutschland. Aurich - Emden - Oldenburg. Wiesbaden 1993 (Mittelalterliche Handschriften in Niedersachsen. Kurzkatalog, 3), S. 83 - 208. (externer Link)Symbol für externen Link

Das Kernstück des Bestandes, die Oldenburg betreffenden Handschriften, beinhaltet sehr Unterschiedliches. Die zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert produzierten Handschriften dokumentieren überwiegend historisch-geographisches Interesse. Neben Chroniken und geographisch-historischen Landesbeschreibungen stehen umfangreiche Kollektaneen und Urkundensammlungen zur Geschichte des Landes, aber auch Ausarbeitungen zu ganz speziellen Fragen, einzelne Briefe und kurze Notizen. Ein Katalog der sich mit Oldenburg befassenden Handschriften wird z. Zt. für den Druck vorbereitet. Auskünfte können jederzeit gegeben werden.

Herausragendes Stück der Handschriftensammlung ist natürlich der Oldenburger Sachsenspiegel von 1336, einer der vier überlieferten Codices picturati dieses mittelalterlichen Rechtsbuches.

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Der Oldenburger Sachsenspiegel

Die Oldenburger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels von 1336
(Signatur: CIM I 410)

Aus konservatorischen Gründen kann das Original des Oldenburger Sachsenspiegels nur selten gezeigt werden. Ein aufwendiges Faksimile der Handschrift (Signatur: CIM III 352) ist im Lesesaal der Landesbibliothek jederzeit zu betrachten.
Sehen Sie sich in der Zwischenzeit den digitalisierten Oldenburger Sachsenspiegel (externer Link)Symbol für externen Link an.

Geschichte

"Im Jahre des Herrn 1336 ist dieses Buch fertig gestellt worden, das Sachsenspiegel genannt wird, durch die Hand des Mönchs Hinrich zu Rastede, genannt Gloyesten".

Als einziger der vier bebilderten Sachsenspiegel-Codizes nennt der Oldenburger im Kolophon auf Bl. 133v Schreiber, Ort und Zeit der Handlung und fügt den Auftraggeber, den Oldenburger Grafen Johann III., Anlaß und Zielgruppe der Niederschrift bei:

"Dieses Buch ließ Johann, Graf zu Oldenburg, schreiben, nicht dafür, dass er für seine Vasallen neue Gesetze oder Satzungen einführen wollte, sondern nur deswegen, weil zu seinen Zeiten fast alle älteren Ritter und Vasallen seines Machtgebietes gestorben waren, so dass durch die Abwesenheit jener die Rechte seiner Vorfahren den jungen Vasallen, die dann lebten, zum großen Teil unbekannt gewesen sind, und sie um diese Rechte oft schlecht bestellt waren."

Mit der Rechtsaufzeichnung sollte einer möglichen Rechtsunsicherheit im Lande vorbeugend begegnet werden. Der beim Prolog neben dem Autorbild (fol. 6r) am Rankenwerk der Initiale D aufgehängte Wappenschild der Oldenburger Grafen scheint bereits die im Schlusswort der Handschrift ausgedrückte Verbindlichkeit des Textes anzudeuten.

Weitere Nachrichten gibt es zeitnah nicht, die Bemühungen um die Bewahrung des Rechts in didaktischer Perspektive, auch zum Lob des Oldenburger Grafenhauses und seiner Verbindung zu den Welfen, werden in Rastede oder in der Oldenburger Burg stattgefunden haben.

Erstmals nachgewiesen ist die Bilderhandschrift im Bibliothekskatalog des Oldenburger Grafen Johann VII. 1596, dann im Bücherinventar seines Sohnes Anton Günther 1637. 30 Jahre später ging sie an seinen illegitimen Sohn Anton von Aldenburg, der schließlich sein Domizil in Varel aufschlug, dann im Erbgang an die Grafen von Bentinck. Als deren Schloß 1751 in Varel in Flammen aufging, überlebte die Handschrift, weil sie ausgeliehen war. 1877 verkauften die Bentincks den Codex sowie einen glossierten niederdeutschen Sachsenspiegel (um 1350) und einen hochdeutschen Schwabenspiegel (Delmenhorst, 1355) an den Oldenburger Großherzog Nikolaus Friedrich Peter, der sie dem Fideikommiß seines Hauses einverleibte. Zwei Jahre später wurde der Text erstmals publiziert:

Der Sachsenspiegel, Landrecht und Lehnrecht.
Nach dem Oldenburger Codex picturatus von 1336.
Hrsg. von August Lübben.
Mit Abb. in Lithogr. und einem Vorw. zu denselben von Friedrich von Alten.
Oldenburg 1879.

1991 erwarb die Niedersächsische Sparkassenstiftung mit Unterstützung anderer öffentlicher Finanzdienstleister, der Kulturstiftung der Länder und dem Bundesinnenministerium den Oldenburger Sachsenspiegel von Herzog Anton Günther, dem Urenkel Nikolaus Friedrich Peters. 1995 kam er als Dauerleihgabe in die Landesbibliothek Oldenburg.

Literatur: Egbert Koolman: Untersuchungen zur Besitzgeschichte der Oldenburger Bilderhandschrift.
In: Der Oldenburger Sachsenspiegel.
Vollständige Facsimile-Ausgabe im Originalformat des Codex picturatus Oldenburgensis CIM I 410 der Landesbibliothek Oldenburg.
Kommentarbd. Hrsg. von Ruth Schmidt-Wiegand im Auftr. der Niedersächsischen Sparkassenstiftung Hannover.
Graz 1996, S. 23-38
(Codizes Selecti. Phototypice Impressi. Facsimile Vol. CI, Comentarium Vol. CI*)

Beschreibung

Die von Eike von Repgow zwischen 1224 und 1230/31 auf Anregung des Grafen Hoyer von Falkenstein angefertigte mittelniederdeutsche Übersetzung des (verlorenen) lateinischen Textes des Sachsenspiegels ist in zahlreichen Abschriften erhalten. Nur in einem Exemplar aber sind die Codices picturati (Bilderhandschriften) durchgängig illustriert.

Kodikologisches

Der Oldenburger Bildercodex des Sachsenspiegels umfasst 136 Pergamentblätter mit einer durchschnittlichen Größe von 32,8 cm Höhe und 22,8 cm Breite, eingeteilt in 20 Lagen von meist 4 Bogen. Von der ersten (=unbezeichneten) Lage ist das letzte Blatt ausgeschnitten. Die mit breitem (Zimmermanns-?) Bleistift ausgeführte Blattzählung ist vielleicht mit der Herstellung des historisierenden Einbandes (um 1877) in Verbindung zu bringen. Nur das letzte, auf den Rückdeckel geklebte Blatt blieb unbeschrieben. Von den beiden Kolumnen auf jeder Seite ist jeweils die innere als Textspalte zu je 30 liniierten Zeilen, die äußere als Bildstreifen angelegt. Hinrich Gloyesten, der sich im Kolophon selbst nennende Schreiber, bediente sich einer sorgsam und deutlich ausgebildeten gotischen Textura. Die Initialen alternieren durchgängig von Rot und Blau.

Inhaltlicher Aufbau

Der in nahezu reinem Mittelniederdeutsch wohl nach westfälisch/ norddeutscher Vorlage  geschriebene Text der Oldenburger Handschrift kann als vollständig bezeichnet werden. Er umfasst das Landrecht und das Lehnrecht, dazu als Suchhilfen ein Verzeichnis der Indices der drei Landrechtsbücher und eine Liste der Kapitelanfänge bis Lehnrecht 57, gefolgt vom Kolophon (Schlussabsatz).

Illustrationen

Von den 125 mit dem Sachsenspiegeltext beschriebenen Blättern weisen nur 81 auch Bildkolumnen auf - mit deutlichen Unterschieden in der Ausarbeitung. Nur 44 Bildszenen auf 14 Seiten sind mit sorgfältiger Kolorierung unter Freilassung weißer Partien vollständig ausgeführt, die restlichen meist unter Vernachlässigung der Binnenzeichnung der menschlichen Gesichter lediglich in einer ersten Stufe der Ausarbeitung als reine Umrisszeichnung angelegt. Spätere rohe Nachzeichnungen der Gesichter und teilweise auch Ankolorierungen einzelner Szenen kommen vor, ohne bereits künstlerische Wirkung zu erzielen.

40 Szenen finden sich ausschließlich in der Oldenburger Handschrift ohne Parallelen in den Handschriften in Dresden, Heidelberg und Wolfenbüttel. Die Themen der Bildszenen stehen in der Regel in enger Korrelation zum Text, dementsprechend lässt sich der fortwährende Wechsel von Sachgebieten im Text auf dem begleitenden Bildstreifen ablesen. Allerdings fehlen in der Oldenburger Handschrift fast völlig die in den anderen Bilderhandschriften vorkommenden Bildbuchstaben als Verknüpfung von Bild und Text.

Massive Fingerspuren auf den illustrierten Blättern bezeugen häufige Benutzung dieser mittelalterlichen Gebrauchshandschrift.

Aus konservatorischen Gründen kann das Original des Oldenburger Sachsenspiegels nur selten gezeigt werden. Auf die Termine wird auf unserer Website aufmerksam gemacht.  Ein aufwendiges Faksimile der Handschrift ist im Lesesaal der Landesbibliothek jederzeit zu betrachten.

Weitere Literatur

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Laufend gehaltene Tages- und Wochenzeitungen

Abbildung einer Zeitung

Erläuterungen zur Benutzung:

Zeitungen sind generell nicht ausleihbar, können aber zur Benutzung in den Lesesaal bestellt werden. Die Papierausgaben bereits verfilmter Zeitungen sind von der Benutzung ausgenommen.
Zeitungen dürfen nicht kopiert werden, es können aber Fotoaufträge für unsere Fotostelle erteilt werden. Aufnahmen mit einer Digitalkamera ohne Blitz dürfen nur nach Rücksprache mit der Lesesaal-Aufsicht gemacht werden.

Erläuterungen zum Standort:

FR, MF = Filmrolle, Mikrofiche: Gesamtbestand im Lesesaal einsehbar; Ausgabe bei der Lesesaalauskunft.
ZS = Zeitschrift, Zeitung: von den regionalen Zeitungen nur der letzte Monat, von den überregionalen Zeitungen die beiden letzten Monate im Lesesaal erhältlich, alles Ältere kann aus dem Magazin bestellt werden. Zur Bestellung wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter.

Laufend gehaltene Tages- und Wochenzeitungen
Titel aktuelle Ausgabe Bestand Standort
Anzeiger für Harlingerland (Wittmund) Lesesaalauskunft 1954- ZS 1904
Aus Politik und Zeitgeschichte Zeitungsleseecke 1952- ZS 740 A
Bundesanzeiger Lesesaalauskunft 1952-
64.2012,52
ZS 734,
ab April 2012 nur noch
Elektronischer Bundesanzeiger
Delmenhorster Kreisblatt Lesesaalauskunft 1949 - ZS 237
Evangelische Zeitung. Wochenzeitung für die Landeskirchen Braunschweig, Hannover und Oldenburg Lesesaalauskunft 1980- ZS 4492
Frankfurter Allgemeine Zeitung Zeitungsleseecke 1955- ZS 841,
seit 1995: FR 80
Frankfurter Allgemeine / Sonntagszeitung Zeitungsleseecke 2012, Nr. 4
(29.Jan.) -
ZS 7333
nur laufender Monat vorh.
nicht archiviert
Frankfurter Rundschau Lesesaalauskunft 1989- ZS 5356,
1995-2005: MF 675,
ab 2006: FR 412
Generalanzeiger (Rhauderfehn) Lesesaalauskunft 1969- ZS 1820
Handelsblatt. Die Wirtschafts- und Finanzzeitung Lesesaalauskunft 2001- FR 244
Hannoversche Allgemeine Zeitung Zeitungsleseecke   nicht archiviert
Hunte-Report (Oldenburg) Lesesaalauskunft 1994- ZS 5742
Hunte-Report, Ausg. Ammerland Lesesaalauskunft 2001- ZS 5742 B
Jeversches Wochenblatt Lesesaalauskunft 1949- ZS 234
Kirche und Leben. Wochenzeitung im Bistum Münster Lesesaalauskunft 1946- ZS 1079
Kreiszeitung Wesermarsch (Nordenham) Lesesaalauskunft 1949- ZS 235
Münsterländische Tageszeitung (Cloppenburg) Lesesaalauskunft 1949- ZS 231
Neue Osnabrücker Zeitung Zeitungsleseecke 1.3.2002- ZS 6409,
39.2006,63(15.03.06)-
43.2010(31.12.10): FR 319,
ab 2011: ZS 6409
Neue Zürcher Zeitung Zeitungsleseecke 1974- ZS 2422
Nordwest-Zeitung, Stadtausgabe (Oldenburg) Zeitungsleseecke 1946- FR 19
Nordwest-Zeitung, Ausg. Ammerländer Nachrichten (Westerstede) Lesesaalauskunft 1947- ZS 97 B
Nordwest-Zeitung, Ausg. Der Gemeinnützige (Varel) Lesesaalauskunft 1947- ZS 97 C 2
Nordwest-Zeitung, Ausg. Jeverland-Bote (Jever) Lesesaalauskunft 1947- ZS 97 C 1
Nordwest-Zeitung, Ausg. Der Münsterländer (Cloppenburg) Lesesaalauskunft 1947- ZS 97 F
Nordwest-Zeitung, Ausg. Oldenburger Kreiszeitung (Wildeshausen) Lesesaalauskunft 1947- ZS 97 D
Nordwest-Zeitung, Ausg. Wesermarsch-Zeitung (Brake) Lesesaalauskunft 2002- ZS 97 E
Nordwest-Zeitung, Ausg. Wesermarsch-Zeitung (Nordenham) Lesesaalauskunft 1947- ZS 97 E
Norddeutsches Handwerk (Hannover) Lesesaalauskunft 1963- ZS 545
Oldenburger Sonntagszeitung Lesesaalauskunft 1978- ZS 4313
Oldenburger Sonntagszeitung, Landkreisausg. Lesesaalauskunft 1993- ZS 5671
Oldenburgische Volkszeitung (Vechta) Lesesaalauskunft 1949- ZS 233
Ostfriesen-Zeitung (Leer) Lesesaalauskunft 1950 ZS 739
Parlament Lesesaalauskunft 1952- ZS 740
Rheinischer Merkur Lesesaalauskunft 1948- ZS 621,
1995-2006: MF 676,
2006-2011: FR 413,
ab 2012 enth. in "Die Zeit": FR 83
Spiegel Zeitungsleseecke 1947- ZS 3394
Süddeutsche Zeitung Lesesaalauskunft 1974-75[L],
1989-
ZS 2417,
seit 1995: FR 81
Die Tageszeitung : TAZ nord, Ausg. Bremen Zeitungsleseecke 2004- ZS 6520
Times Literary Supplement Lesesaalauskunft 1947- ZS 1145
Welt Lesesaalauskunft 1964- ZS 743,
seit 1995: FR 88
Weltwoche Lesesaalauskunft 1947- ZS 745,
seit 1995: FR 95
Weser-Kurier (Bremen) Zeitungsleseecke 1945- ZS 746
Wildeshauser Zeitung Lesesaalauskunft 1949- ZS 751
Wilhelmshavener Zeitung Lesesaalauskunft 1949- ZS 236
Die Zeit Lesesaalauskunft 1946- ZS 415,
seit 1995: FR 83

Informationen zu
Zeitungen und Zeitschriften:

Zeitschriftenstelle der Landesbibliothek Oldenburg,
Tel. 0441-505018-45,
E-Mail: zeitschriftenstelleat-Zeichenlb-oldenburg.de

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Stand: 16.09.2019

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