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Geschichte der Landesbibliothek Oldenburg

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Blick ins Altbestandsmagazin der LandesbibliothekDie mit der Säkularisierung in der Reformationszeit entstandene alte Gräflich-Oldenburgische Bibliothek fiel nach dem Tod des letzten Oldenburger Grafen, Anton Günther (1583 - 1667), an seinen illegitimen Sohn Anton von Aldenburg (1633-1680). Unter dessen Erben ging sie beim Schloßbrand in Varel 1751 mit wenigen Ausnahmen unter.

Während der auf den Tod Anton Günthers folgenden "Dänenzeit" wurden keine Anstrengungen zum Aufbau einer neuen Bibliothek in der Provinz Oldenburg unternommen. Erst nachdem 1773 die jüngere Linie des Hauses Holstein-Gottorp die Herrschaft im nunmehr wieder souveränen und zum Herzogtum erhobenen Land Oldenburg übernommen und dessen zweiter Regent Peter Friedrich Ludwig (1755 - 1829) auch die Residenz aus Eutin in den Nordwesten verlegt hatte, wurde die Neugründung einer zentralen Hof- und Regierungsbibliothek Bedürfnis.

Die 1792 als "Herzogliche Öffentliche Bibliothek" im Oldenburger Schloß aufgestellten 22.000 Bände waren zwei Jahre zuvor vom Universitätsreferenten der Hannoverschen Regierung, Georg Friedrich Brandes (1719 - 1791), angekauft worden. Brandes hatte eine enzyklopädisch angelegte Bibliothek zusammengetragen, deren Schwerpunkte in der Wissenschaftsgeschichte und in den Kulturwissenschaften, vor allem der Geschichte, der Altertumskunde und der Sprach- und Literaturwissenschaft lagen. Trotz ihres stark bibliophilen Charakters, wie er etwa in den reichgeschmückten Ledereinbänden und den zahlreichen prominenten Exlibris zum Ausdruck kommt, war der Bestand auf der Höhe seiner Zeit und sollte in Oldenburg auch so genutzt werden. Nicht höfischer Repräsentation diente er, sondern als wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek für die Verwaltung und als frei zugängliche Bildungsbibliothek für das allgemeine Publikum, in den Worten des aufgeklärten Peter Friedrich Ludwig:  zur "Erleichterung der Erwerbung nützlicher Kenntnisse und Verbreitung des guten Geschmacks".

Nachdem die Auslagerung der Bibliothek nach Bremen während der französischen Besetzung Oldenburgs 1811 bis 1815 sie erfolgreich vor dem napoleonischen Zugriff geschützt hatte, finanzierte sie sich zwischen 1819 und 1844 mit den schwankenden Einkünften aus der ihren Bibliothekaren übertragenen Herausgabe offiziöser Zeitungen und Kalender. Aktuelle Literatur wurde erstanden, um Schwächen der Brandesschen Sammlung den Oldenburger Bedürfnissen entsprechend auszugleichen. In den Vordergrund rückte juristische, theologische, ökonomische, medizinische Literatur und natürlich die Oldenburgensien. Die laufende Erwerbung wurde ergänzt durch Ankäufe kompletter Privatbibliotheken und Verträge mit Lesezirkeln, die ihre Anschaffungen nach Ablauf des Turnus an die Bibliothek lieferten.

1846 erhielt die mittlerweile ca. 60.000 Bände starke Bibliothek ein eigenes Gebäude, in dem die Bände gruppensystematisch aufgestellt und erstmals durch einen einheitlichen, den gesamten Bestand erfassenden Alphabetischen und einen Systematischen Katalog  erschlossen wurden. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kontinuierliche Entwicklung des Bestandes bei sinkendem Etat fand ihr Ende mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, mit der Inflation und der Weltwirtschaftskrise. Auch goldene zwanziger Jahre gab es nicht.

Erst nach der Stabilisierung der Wirtschaft erholte sich der Etat, ohne daß sich das auf die Qualität des Bestandes auswirkte. Die Erwerbung geriet von der finanziellen in die ideologische Misere; nationalsozialistische Literatur wurde bevorzugt gekauft. Immerhin verschaffte das seit 1933 geltende Pflichtexemplarrecht der Bibliothek einen erheblichen Gewinn an Oldenburgensien; vor allem die Zeitungssammlung profitierte davon. Auch nachdem das Pflichtexemplarrecht landesweit an die Niedersächsische Landesbibliothek in Hannover übergegangen ist, fungiert die Landesbibliothek als Depositorium aller Zeitungen des oldenburgischen Raumes. 1943 wurde das Gebäude der Bibliothek bei einem Luftangriff so schwer beschädigt, daß ihre damals 182.000 Bände in Notunterkünfte ausgelagert werden mußten. Die Kriegsverluste dürften ca. 10.000 Bände betragen.

Erst 1946 wurde die Bibliothek im alten Zeughaus der Oldenburger Artillerie an der Ofener Straße wieder benutzbar. 1987 zog sie an ihren heutigen Standort am Pferdemarkt um, der nun mehr als 835.687 Medieneinheiten beherbergt - ein seit dem Krieg mit knapp, aber beständig fließenden Mitteln aufgebauter Bestand einer wissenschaftlichen Universalbibliothek mit regionalem Schwerpunkt, die seit 1974 auch den Angehörigen der Oldenburger Universität zugute kommt.

Geschichte, Bestände und Aufgaben der Landesbibliothek sind in zahlreichen Veröffentlichungen dokumentiert; eine Auswahlbibliographie finden Sie in:

Ex Bibliotheca Oldenburgensi. Bibliothekarische Untersuchungen aus Anlaß des 200jährigen Bestehens der Landesbibliothek Oldenburg. Hrsg. von Egbert Koolman. Oldenburg 1992 (Schriften der Landesbibliothek Oldenburg, 26), S. 383 - 392.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Ausdrucken.

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Stand: 16.09.2013

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