Im Kontext des Erinnerungsganges am 10. November, bei dem an das Schicksal der 1938 aus Oldenburg deportierten Jüdinnen und Juden erinnert wird, findet am 18. November 2026 ein Vortrag zum Todesmarsch von Palmnicken statt. Dr. Claudia Vollmer von der FernUniversität Hagen wird über die Erinnerung und Aufarbeitung dieses wenig bekannten NS-Verbrechens an der Küste des damaligen Ostpreußens vortragen. Sie wird mit der Zeitzeugin Margitta Sünwoldt sprechen, die als Flüchtling von 1954 bis 1963 in Oldenburg gelebt hat: „Dieses furchtbare Erlebnis verschloss ich in mir, ließ gedanklich Schnee darüber fallen“ – so beschreibt Margitta Sünwoldt, die heute hochbetagt in Detmold lebt, den Mord an tausenden vorwiegend jüdischen Frauen, den sie als junge Zeitzeugin miterlebte.
Dr. Claudia Vollmer arbeitet an einem Forschungsprojekt zu dem Endphasenverbrechen, das zeitweise von der Beauftragten für Kultur und Medien im Rahmen eines Immanuel-Kant-Stipendiums am BKGE gefördert wurde. Sie erinnert in ihrem Vortrag an die Tragödie des Todesmarsches. Der Ort des Massakers, der Strand von Palmnicken, liegt seit Kriegsende in der russischen Exklave Kaliningrad und heißt heute Jantarny. Bis Mitte der 1990er Jahre waren die Vorgänge dort weitgehend unbekannt und auch heute ist die Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen.