Suche

      Schriftgröße anpassen A A A

Regionalbuch des Monats

Die Landesbibliothek Oldenburg präsentiert in einer Vitrine in der 2. Etage des Lern- und Informationszentrums (LIZ) zehn- bis zwölfmal im Jahr ein interessantes Buch aus der Region Oldenburg, vorwiegend aus ihrem Altbestand.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

In diesem Monat wird ausgestellt:

Die territoriale Entwickelung des Herzogtums Oldenburg

/ von Georg Sello. - Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1917. - XII, 252 Seiten : graphische Darstellungen, Karten.
LBO: GE IX B 54 BB
 

Regionalforscher von Rang: Georg Sello

Wer sich der historischen Forschung zu Oldenburg widmet, der kommt nicht umhin, auf die zahlreichen Beiträge des hiesigen Archivars Georg Sello zu stoßen. Dabei ist in Vergessenheit geraten, dass Georg Emil Ludwig Sello keineswegs ein gebürtiger Oldenburger war. 1850 in Potsdam geboren, wo sich sein Vater als Oberhofgärtner betätigte, studierte der junge Sello Jurisprudenz, Germanistik, Kunstgeschichte und historische Hilfswissenschaften. Durch einen Probedienst gelangte er 1877 an das Staatsarchiv Breslau. Weitere berufliche Stationen waren die Staatsarchive in Berlin, Koblenz und Magdeburg, bis er schließlich im Jahr 1889 ans Großherzogliche Haus- und Zentralarchiv in Oldenburg kam, wo sein bedeutendstes Schaffen stattfinden sollte.
In seiner 30-jährigen Karriere stieg er bis zum Geheimen Archivrat auf und verfasste rund 200 Titel zur landesgeschichtlichen Forschung, die zum Teil noch heute relevant sind. In ihnen ging Sello stets wissenschaftlich höchst fundiert und gründlich vor. Trotz seiner nicht zu kritisierenden Arbeitsweise eckte Georg Sello gerne an: So besaß er eine Abneigung gegenüber dem alteingesessenen Wissenschaftsetablissement mit seiner „hypothetischen Geschichtsmacherei“, unterstützte aber „ernstzunehmende Laienforscher“.
Der 1917 veröffentlichte Textband „Die territoriale Entwickelung des Herzogtums Oldenburg“ markiert die Hochphase von Sellos Schaffen. In beeindruckender Detailverliebtheit, akribisch recherchiert, geht der Archivar auf Pfarrbezirke, Verwaltungsbereiche, alte Stämme, Burgen als Machtzentren, die damalige Infrastruktur am Land und auf dem Wasser, frühe Staatenbildungen sowie schließlich auf den Verlauf der Grafschaft und das Herzogtum Oldenburg ein. Die Prägnanz, die Sellos Sammelwerk heute noch hat, wird durch den erst 2005 publizierten Nachdruck unterstrichen, welcher an der Landesbibliothek eingesehen und ausgeliehen werden kann (4-06-0551: Textbd. (2)).
Für die Entwürfe der abgebildeten Karten im dazugehörigen „Atlas der territorialen Entwickelung des Herzogtums Oldenburg“ (Nachdruck: 4-06-0551: Atlas (2)) zeigte sich Sello höchstpersönlich verantwortlich, der damit nebst seinem historischen Wissen auch noch außerordentliche Zeichenkünste zur Schau stellte. Die Reinzeichnungen wurden von dem Kartographen W. Weber umgesetzt.
Georg Sello ist es zu verdanken, dass sich die Forschung zur Oldenburger Geschichte auf ihrem heutigen Niveau befindet. Auf seinen Druck hin gründete sich der „Oldenburger Landesverein für Altertumskunde und Landesgeschichte“, auch die Initiative zur Publikation des „Jahrbuchs für die Geschichte des Herzogtums Oldenburg“, heute als Oldenburger Jahrbuch bekannt, kann ihm zugeschrieben werden.

Altbestand: GE IX B 54 BB: Hauptbd. & N: GE IX B 54 BB: Kt.
LIZ: LS: Reg 610/35 GE IX B 54 C: Hauptbd. & LS: Reg 610/35 GE IX B 54 C: Atlas
 

Regionalbuch des Monats - Archiv

Stand: 16.09.2026