Lothar Malskat war ein außergewöhnlicher Künstler, der in den 1930er Jahren die Wandmalereien im Schleswiger Dom gestaltete. Doch seine wahre – allerdings zweifelhafte – Berühmtheit erlangte er in den 1950er Jahren, als er die Restaurierung der Marienkirche in Lübeck mit gotischen Wandmalereien „bereicherte“. Diese beeindruckenden Werke, die als historische Schätze gefeiert wurden, entpuppten sich später als meisterhafte Fälschungen.
Für seine Täuschungen wurde Malskat zu Gefängnisstrafen verurteilt, und der Skandal sorgte für großes Aufsehen in der Kunstwelt. Nach seiner Freilassung wurde er von Rolf Bölts auf dessen Gut Garnholt im Ammerland eingeladen. Hier hat Lothar Malskat noch einige interessante Bilder gemalt, die nur durch Zufall entdeckt worden sind.
Thomas Kossendey hat intensiv über das Leben dieses außergewöhnlichen Fälschers und Künstlers geforscht und möchte seine spannenden Ergebnisse mit uns teilen. Wir werden mit ihm eintauchen in eine Welt voller Intrigen, Kunst und Geschichte und uns sicher beeindrucken lassen von den fesselnden Erzählungen über die Hintergründe dieses außergewöhnlichen Falles.
Die Oldenburgische Bibliotheksgesellschaft (OBG) freut sich sehr, Herrn Thomas Kossendey, Edewecht, der über lange Jahre den Vorsitz des OBG-Beirats innehatte und weiterhin dem Beirat angehört, zu diesem Vortrag begrüßen zu dürfen.
Thomas Kossendey, Parlamentarischer Staatssekretär a. D., wurde in Oldenburg geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Köln und Münster, absolvierte sein Referendariat am OLG in Oldenburg und war ab 1980 Beamter in der Niedersächsischen Landesverwaltung, wo er zuletzt als Regierungsdirektor das Ministerbüro im Niedersächsischen Kultusministerium leitete. Von 1987 bis 2013 war Thomas Kossendey Mitglied des Deutschen Bundestages, zuletzt von 2009 bis 2013 als direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis Oldenburg-Ammerland. Im Rahmen seiner Arbeit als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung und weit darüber hinaus engagierte er sich auch karitativ für die Belange der Soldatinnen und Soldaten.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag war Thomas Kossendey Präsident der Oldenburgischen Landschaft. In dieser Funktion galt – und gilt bis heute – sein Engagement der historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Vielfalt des Oldenburger Landes.