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25 Originalkunstwerke für die Landesbibliothek

Anlässlich des 125. Geburtstags der jüdischen Lyrikerin Rose Ausländer am 11. Mai 2026 hat die bekannte Oldenburger Künstlerin Heike Ellermann der Landesbibliothek Oldenburg 25 Originalkunstwerke als Geschenk überreicht.

Jedes davon bezieht sich auf ein Gedicht von Rose Ausländer. Ellermann beschäftigt sich seit 2010 intensiv mit dem Werk der Lyrikerin. Die kleinformatigen Gemälde sind in Ölkreide und Graphitstift auf Papier ausgeführt, teilweise auch mit Collagetechnik kombiniert. „Luftschlösser auf Papier“ nennt Rudolf Fietz diese intimen Bilder. Eine Auswahl der Arbeiten ist noch bis zum 20. Juni in der Landesbibliothek ausgestellt.

Rose Ausländer (1901–1988) gilt als eine der wichtigsten Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Siewurde am 11. Mai 1901 als deutschsprachige Jüdin in Czernowitz geboren. Die Stadt liegt heute in der Ukraine. 1921 wanderte sie in die USA aus, wo sie 1927 erste Gedichte veröffentlichte, kehrte aber 1931 nach Czernowitz zurück, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Im Juli 1941 wurde Rose Ausländer ins Ghetto von Czernowitz gesperrt und überlebte nur knapp in einem Kellerversteck. Nach der Befreiung von Czernowitz reiste Rose Ausländer erneut in die USA und dichtete hier bis in die 1950er Jahre nur auf Englisch. 1964 zog sie zurück nach Europa und lebte ab 1965 in Düsseldorf. Ihr zweiter Gedichtband „Blinder Sommer“ (1965) brachte ihr den literarischen Durchbruch. Sie veröffentlichte über 3.000 Gedichte in mehr als zwanzig Bänden und starb am 3. Januar 1988 in Düsseldorf. 

„Immer mehr Gedichte haben sich mir erschlossen. Es waren besonders die Themen Worte/Schreiben/Schrift, die für eine Gestaltung in die engere Auswahl kamen“, berichtet Heike Ellermann über Ihren künstlerischen Zugang zu Rose Ausländer. „Alle Originale entstanden im Format 12 x 18 cm, dabei Gedicht und Bild nebeneinandergesetzt und wie in einem Gedichtband fortlaufend zu lesen. Die Technik ist Ölpastell - hineingezeichnet mit Graphitstift. Einige Male sind es Collagen; ein unterlegtes Fotoelement wurde übermalt und bleibt nur sehr versteckt sichtbar.“ 

In der Landesbibliothek Oldenburg hat Heike Ellermann schon mehrfach Ausstellungen ihrer Werke gezeigt. „Als Künstlerin hat Heike Ellermann sehr häufig Texte – auch eigene Texte - und Bilder eng miteinander verbunden – und dies nicht nur in Ihren bekannten Bilderbüchern“, sagt Corinna Roeder, Leiterin der Landesbibliothek Oldenburg. „Teilweise ist lesbarer oder nicht (mehr) lesbarer Text Ihren Bildern geradezu eingeschrieben. Das interessiert uns in der Landesbibliothek natürlich ganz besonders. Die Landesbibliothek wird diese Kostbarkeiten sorgsam bewahren und auch künftig zugänglich machen.

Heike Ellermann (geboren 1945) kann auf ein künstlerisches Werk von mehr als 40 Jahren zurückblicken. Sie studierte Pädagogik und Kunstpädagogik und arbeitet seit Anfang der 1980er Jahre freischaffend als Malerin und Fotografin. Ihre Werke waren in zahlreichen Ausstellungen vertreten. Als Autorin und Illustratorin von Bilderbüchern schaffte sie ein eigenständiges Werk in der deutschen Kinderliteratur mit Nominierungen 1991 und 1999 für den Deutschen Jugendliteraturpreis. Seit 2010 hat Ellermann ihre künstlerische Tätigkeit in den Bereich der freien Kunst verlagert. Es entstanden u.a. abstrakte Malerbücher, Bilder zu Lyrik und Projektionen zu Liedern von Johannes Brahms und Franz Schubert.

Ellermann: Grüne braune Erde

„Grüne braune Erde“

Ellermann: Papier II

„Papier II“

Stand: 18.05.2026