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Regionalbuch des Monats November 2025

Kurzer Abriß der Geschichte Jeverlands

Kurzer Abriß der Geschichte Jeverlands

Gedenkblatt an die vor 300 Jahren erfolgte Vereinigung mit Oldenburg / von H[ermann] H[einrich] Vornsand, Lehrer in Osternburg. - Oldenburg : Bültmann & Gerriets, 1875. - 50 Seiten. – 1 genealogische Tafel, 1 Karte.
LBO: GE IX B 823 (Verlust), 98-3566
 

Das Jeverland kann in diesem Jahr auf 450 Jahre Zugehörigkeit zum Lande Oldenburg zurückblicken. Im Jahre 1575 starb die letzte Regentin der Herrschaft Jever, das berühmte Fräulein Maria (Bild), ohne Nachkommen zu hinterlassen. Um ihren Tod ranken sich bis heute zahlreiche Mythen. 
Maria von Jever vermachte ihre Herrschaft testamentarisch Graf Johann VII. von Oldenburg. Als Regionalbuch des Monats November 2025 haben wir aus Anlass des Jubiläums eine eher in Vergessenheit geratene Publikation zur Geschichte des Jeverlandes ausgewählt: Den kurzen „Abriß zur Geschichte Jeverlands“, der aus Anlass der 300-jährigen Zugehörigkeit des Jeverlands zu Oldenburg 1875 herausgegeben wurde. Verfasser war Hermann Heinrich Vornsand, Lehrer in Osternburg und später Hauptlehrer in Heppens. 

Beim kurzen „Abriß zur Geschichte Jeverlands“ handelt es sich nicht um Literatur mit wissenschaftlichem Anspruch. Es bot auch zum Zeitpunkt seines Erscheinens keine neuen Erkenntnisse über die Geschichte des von ihm behandelten Landstrichs. Vielmehr orientiert sich der Verfasser gerade an den Passagen über die Herrscher des Jeverlandes an der zeittypischen Legendenbildung. Die eher oberflächliche Betrachtung der jeverländischen Geschichte schließt bisweilen Fehler im Detail mit ein (so wird der Name Wangerooge offensichtlich falsch als „Auge des Wangerlandes“ gedeutet).

Hermann Heinrich Vornsand, 1843 geboren, stammte wohl aus einfachen Verhältnissen und wuchs in der damals noch selbstständigen Gemeinde Osternburg vor den Toren Oldenburgs auf. Er besuchte er von 1858 bis 1863 das Lehrerseminar in Oldenburg. Nach wechselnden Stellungen als Grundschullehrer war er 16 Jahre lang Lehrer in seinem Heimatort Osternburg. In dieser Zeit schrieb er auch das hier vorgestellte Werk. Er engagierte sich im Oldenburger Kriegerverein sowie im dortigen Turnverein. Im Jahre 1887 trat er eine Hauptlehrerstelle in Heppens (heute zu Wilhelmshaven) an, mit der – wie damals bei Grundschullehrern üblich – die Tätigkeit als Organist der dortigen Kirchengemeinde verbunden war. Zwei Jahre später häuften sich allerdings die Beschwerden über mangelnde Pflichterfüllung sowohl bei seinem Lehrer- als auch bei seiner Organistendienst. Wenig später wurde er aufgrund dessen für geisteskrank erklärt und 1891 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Fünf Jahre später starb Vornsand. 

Weitere Sachliteratur über die Geschichte des Jeverlandes (Auswahl): 
•    Riemann, Friedrich Wilhelm: Geschichte des Jeverlandes, 3 Bände, Jever 1896-1931.
•    Woebcken, Carl: Jever. Die Stadt der Kunst, der Sage und Geschichte, Jever 1921.
•    Heckmann, Erich; Thyselius, Thora: Aus der Geschichte der Herrschaft Jever, Oldenburg 1967.
•    Hausmann, Birkhild: Jever. Eine friesische Stadt mit Geschichte, Norden 1994.

Darüber hinaus ist Fräulein Maria von Jever in einigen schöngeistigen Werken behandelt worden: 
•    Ulfers, Marie: Maria von Jever (Theaterstück, von dem eine plattdeutsche und eine hochdeutsche Version vorhanden ist), 1936/37.
•    Küchler, Luise: Maria von Jever. Eine Regentin des 16. Jahrhunderts, Reutlingen 1937.
•    Schwemer-Uhlhorn, Erna: Maria von Jever. Historischer Roman, Hamburg 1990.
•    Scheepker, Andreas: Maria, Fräulein der Friesen. Historischer Roman, Meßkirch 2021.

 

Stand: 02.03.2026