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Regionalbuch des Monats Oktober 2025

Die Pferdezucht des Herzogthums Oldenburg

Die Pferdezucht des Herzogthums Oldenburg

1583-1884 / von L[udwig] Hofmeister. - Oldenburg : Verlag von Ferd. Schmidt’s Buchhandlung, 1884. - 122 Seiten, IX Blätter : Illustrationen.
LBO: GE IX A 641



Pferdezucht hat eine lange Tradition im Oldenburger Lande. Mit seiner 1884 erschienenen Studie über die „Pferdezucht des Herzogtums Oldenburg“ setzt Ludwig Heinrich Melchior Hofmeister (1805-1885) den edlen Tieren ein Denkmal und gibt spannende Einblicke in die bis dato bereits umfangreiche Zuchtgeschichte – und das lange Zeit vor dem wohl berühmtesten Oldenburger Hengst Donnerhall. 
Vielmehr geht es hier um dessen ebenfalls ruhmvolle Vorfahren. So schildert der Verfasser ausführlich die Geschichte einer „seit mehreren Jahrhunderten betriebenen einträglichen Pferdezucht“, die ihren Höhepunkt zunächst unter Graf Anton Günther erreichen sollte. Der Herrscher ordnete zahlreiche Maßnahmen an und machte sich um die Pferdezucht in seinem Herzogtum verdient. So gründete er in Rastede eine Reitschule, in der die Söhne seiner bäuerlichen Untertanen lernen konnten, wie man Pferde richtig pflegte und die Besten unter ihnen zur Zucht auswählte. 
Darüber hinaus erläutert der Verfasser den Zusammenhang zwischen der Bodenbeschaffenheit der Region und der Zucht von Pferden: Aufgrund der schweren lehmigen Marschböden, die vor allem im Norden des Herzogtums vorkommen, bedarf es einer schweren Zugpferdrasse, die in der Lage ist, Wagen auch bei widrigen Umständen sowie bei dem oft rauen Wetter in der Region zuverlässig zu ziehen.  
Die umfangreichen Kenntnisse von Ludwig Hofmeister kamen nicht von ungefähr: Der im Dezember 1805 in Springe geborene Sohn des dortigen städtischen Amtsschreibers wurde nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen dem Deichdepartement bei der Regierung in Oldenburg zugeteilt. Nach mehreren Zwischenstationen im Nordwesten wurde er 1850 in Oldenburg zum Regierungsrat ernannt und 1862 zum Oberregierungsrat befördert. Er übernahm die Bearbeitung aller Angelegenheiten, die Landwirtschaft sowie Vieh- und Pferdezucht betrafen, und tat sich als versierter Kenner der Oldenburger Pferde hervor. Hofmeister starb 1885 in Oldenburg. 
Seine Abhandlung über die Pferdezucht liest sich in Teilen wie eine Biographie dieser bis in die heutige Zeit geschätzten Rasse, flankiert durch detaillierte Stammbäume der berühmtesten Hengste, deren Erbe bis heute in den Adern solch berühmter Pferde wie Donnerhall oder Weihegold fließt.
Historische Literatur zur Oldenburger Pferderasse (Auswahl): 


•    Hofmeister, Ludwig Heinrich Melchior: Mitteilungen über das schwere oldenburgische Wagenpferd, Bremen 1883. 
•    Oetken, Friedrich Gerhard: Mitteilungen über die Oldenburgische Pferdezucht, Oldenburg 1901. 
•    Schüssler, Justus: Kurze Mittheilungen über die Geschichte der Oldenburger Pferdezucht, Oldenburg 1899. 
 

Stand: 02.03.2026