Regionalbuch des Monats Dezember 2025
Entwurf eines Anhangs von 150 Liedern
zu den Gesangbüchern der evangelisch-lutherischen Kirche des Herzogthums Oldenburg. - Oldenburg : Stalling, 1837. - 128 Seiten.
LBO: GE IX B 281
Die Weihnachtszeit ist als eine Phase der Offenheit und des Aufeinanderzukommens zu verstehen, und ganz im Zeichen dessen soll der Fokus in diesem Monat auf dem in Rendsburg geborenen und schließlich in Oldenburg tätig gewesenen Pfarrer Nicolaus Johann Ernst Nielsen liegen. Im Jahre 1806 geboren, begann er mit 20 Jahren sein Studium der Theologie und fand sich bereits 1832 in seiner ersten Pfarrstelle wieder.
Nielsen wurde 1840 Prediger in Schleswig und 1848 Generalsuperintendent der deutschsprachigen Gemeinde Schleswig. Er positionierte sich im damaligen deutsch-dänischen Konflikt auf der Seite der Deutschen, weshalb er 1850 seiner Predigtämter verlustig ging. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kiel wurde Nicolaus Nielsen Pfarrer zu Eutin sowie Superintendent des Fürstentums Lübeck, welches damals ein Teil des oldenburgischen Großherzogtums war.
Entsprechend aufgeatmet haben dürfte Nielsen, als er schon 1853 seine letzte Station antrat und in Oldenburg erst zum Oberhofprediger und Kirchenrat und später noch zum geheimen Oberkirchenrat ernannt wurde. Kurz nach seinem Ruhestand im Jahre 1879 verstarb er 1883.
Nielsen verfolgte im Laufe seiner kirchlichen Amtsphase in Oldenburg eine tolerante Linie und trat als Mediator zwischen Positionen der konfessionell-lutherisch als auch protestantisch-liberal geprägten Seiten ein, was zur Entspannung der Gesamtsituation und einem Verhindern von Konflikten geführt haben dürfte. Diese Ausrichtung zeigte sich folgerichtig auch in der Tatsache, dass Nicolaus Nielsen Vorstandsmitglieds des Gustav-Adolf-Vereins war, einem evangelischen Hilfswerk, das den Frieden unter verschiedenen Glaubensrichtungen unterstützen sollte. So verfolgte Nielsen stets auch einen pluralistischen Kurs, der die Unterschiede der konfessionellen Flügel hervorhob.
Viele seiner Reden hielt Nielsen schriftlich fest. Seine schriftstellerische Karriere begann in den 1830er-Jahren mit zwei Sammelbänden seiner Predigten. Sein Interesse an pädagogischen Entscheidungen führte zu einem Empfehlungsband zur Confirmandenbereitung. Auch hat er zahlreiche Liedertexte zusammengestellt, in diesem Monat abgebildet jahreszeitpassend eine Auswahl an Advents- und Weihnachtstiteln.